Pressemitteilung


Mit innovativen Werkstoffen und Schichtsystemen Wettbewerbsvorteile sichern

Industrieverbund für reinraumtaugliche Werkstoffe - Warum?

Für die Bereitstellung reinraum- und reinheitstauglicher Produktionsmittel stellt die Auswahl geeigneter Werkstoffe neben der konstruktiven Auslegung den zentralen Parameter dar, den es zu beherrschen gilt. Die Werkstoffauswahl beeinflusst entscheidend das Partikelemissionsverhalten eines Produktionsmittels, also dessen Reinraumtauglichkeit. Neben der Emission luftgetragener Partikel werden weitere Eigenschaften von der Auswahl geeigneter Werkstoffe entscheidend beeinflusst z.B. Korrosionsbeständigkeit, Ableitfähigkeit, Reinigbarkeit etc. Diese Einflussfaktoren werden als Reinheitstauglichkeit definiert. Bis Dato liegen jedoch keine Spezifikationen für die Reinraumtauglichkeit von Werkstoffen vor. Für die standardisierte Untersuchung der Reinheitstauglichkeit von Werkstoffen ist die Zahl vorliegender Spezifikationen je nach Themenfeld nur sporadisch oder gar nicht vorhanden. Diese Defizite für die Entwicklung und Herstellung von reinraumtauglichen Produktionsmitteln zu beseitigen haben sich die Experten des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (Fraunhofer IPA) und Vertreter verschiedener Industriebereiche auf die Fahne geschrieben.

Zu erwartende Ergebnisse

Die aktive Mitarbeit bei der Identifikation und Charakterisierung innovativer Werkstoffe und daraus hervorgehender Schichtsysteme sichert den am Industrieverbund beteiligten Unternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil. Anwender der Reinraumtechnologie wie z. B. Halbleiter- oder Pharmafirmen profitieren von neuen Produktionsmitteln, die die Ausbeute erhöhen bzw. von der optimierten Beschaffung neuer Produktionsmittel. Anlagen- und Komponentenhersteller verschaffen sich die Möglichkeit, neue Produkte auf den Markt zu bringen sowie bestehende Produkte kostengünstiger anzubieten.

Die Inhalte des Industrieverbunds werden von den teilnehmenden Firmen gesteuert, um somit die Anforderungen jedes Teilnehmers maßgeschneidert abzuarbeiten und Lösungen zu entwickeln. Die Verbundteilnehmer beeinflussen mit ihren technischen Belangen und Erfordernissen den zukünftigen Stand der Technik wesentlich mit.

Reinraumtaugliche Werkstoffe - Bedarf und Stimmung am Markt

Eine Umfrage bei 2.700 Unter- nehmen und Institutionen ergab einige wesentliche Kernaussagen [Details finden Sie unter: www.ipa-qualification.com]:

  • 3/4 der befragten Firmen haben reinraumtaugliche Produkte im Sortiment bzw. in Verwendung.
  • In gleichem Maße, wie sich der Einsatz von reinraumtauglichen Werkstoffen/Produkten erhöht hat, sind auch die einzuhaltenden Spezifikationen bei den Werkstoffen/Produkten gestiegen. Innerhalb der letzten 12 Jahre gab es eine Zunahme um den Faktor 6. Alle Reinraumanwender streben nach einheitlichen und klar definierten Prüf- und Beurteilungsalgorithmen von Werkstoffen für Reinraumanwendungen.

Bestärkt durch die Umfrageergebnisse wurde der Entschluss gefasst, den Industrieverbund "Reinraumtaugliche Werkstoffe RTW" ins leben zu rufen. Solche Vorhaben haben sich schon bei anderen technischem Fragestellungen, wie z.B. die einheitliche Spezifikation von Reinstmedien, bewährt.

Zur Bestimmung der Interessenslage wurde mit 31 Industrievertretern am Fraunhofer IPA in Stuttgart der Workshop "Reinraumtaugliche Materialien" durchgeführt. Die Brisanz des Themas trat bei diesem Workshop deutlich zu Tage. Das rege Interesse der Industrie war dann auch Anlass die Phase 1 des Industrieverbunds "Reinraumtaugliche Werkstoffe - RTW" zu starten.

Fazit

Um den zukünftigen Herausforderungen bei der Entwicklung und Bereitstellung reinraumtauglicher Produktionsmittel gerecht zu wer- den, muss die Reinraumtauglichkeit von Werkstoffen weiter erforscht und spezifiziert werden.

Die in einer Umfrage des Fraunhofer IPA ermittelte große Nachfrage nach reinraumtauglichen Werkstoffen bzw. deren Spezifizierung war Grund, den Industrieverbund "Reinraumtaugliche Werkstoffe RTW" ins leben zu rufen. Die Teilnehmer erhalten einen umfassenden Überblick über den derzeitigen Stand von Technik und Wissenschaft und können diesen Stand aktiv im Hinblick auf ihre eigenen Belange mitgestalten. Die Verwendung innovativer und hoch- moderner Werkstoffe stellt die Basis für konkurrenzfähige Produkte und damit für den Unternehmenserfolg dar.

Für interessierte Unternehmen ist die Teilnahme zum jetzigen Zeitpunkt noch möglich.

GIT Reinraumtechnik, 6. Jahrgang, März 2004, S14/15


 
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